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Guido van den Berg, MdL/Sprecher der Enquete-Kommission Zukunft der chem. Industrie und Hans-Peter Müller, MdL/Mitgl. der Enquete-K.: Standortverantwortung kann als Akzeptanzargument für die Zukunft der chem. Industrie im Ruhrgebiet eine Rolle spielen

02.05.2013: Die Landtagsabgeordneten Guido van den Berg und Hans-Peter Müller möchten ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Unternehmens Saint-Gobain Weber führen. Saint-Gobain will die Produktion nicht mehr am Standort in Datteln erweitern, sondern plant nun am Firmenstandort im sauerländischen Heggen laut Betriebsversammlung vom 18.04.2013 und entsprechender Pressemeldung.

„Auch wenn der Verwaltungssitz an der Lohstraße in Datteln und die bestehende Produktion im Dattelner Werk erhalten bleiben sollen und das Unternehmen erfreulicherweise NRW nicht den Rücken kehrt, so sollte die geänderte Standortentscheidung nicht zu einem kritischen Signal für die Akzeptanz von Unternehmens der Chemiebranche im Ruhrgebiet werden“, so sind sich beide Abgeordneten einig.

Die Sozialdemokraten möchten von den Entscheidungsträgern des Unternehmens Saint-Gobain Weber erfahren, wie entscheidend das Argument der Planungsunsicherheit und einzelne Bürgerkritik zu dieser Entscheidung beitrugen. Standortverantwortung der Weltunternehmen ist ein Akzeptanz förderndes Instrument, insbesondere für ein Unternehmen dessen derzeitige Marktposition auch aufgrund der Übernahme des ehemaligen Traditionsunternehmens Deitermann erzielt werden konnte.

Die Zukunft der chemischen Industrie zu beleuchten ist die Aufgabe der Abgeordneten van den Berg und Müller in der Enquetekommission. Dabei geht es ihrer Meinung nach nicht nur um Nachhaltigkeit sondern auch um Akzeptanz.

Der Dattelner Abgeordnete Müller führt bei dieser Unternehmensentscheidung an: „Datteln und die treuen und motivierten Arbeitnehmer der ehemaligen Firma Deitermann haben sich für den neuen Unternehmensverbund engagiert. Die Planung der Erweiterung in Datteln hat der Firma Saint-Gobain Weber hohes Ansehen verschafft und Vertrauen in eine Weltfirma in Datteln und der Region aufgebaut. Hier gilt es das Vertrauen zu bewahren und das ungeachtet dessen, ob die nun getroffene Entscheidung letztendlich Bestand hat.“

Hans-Peter Müller bittet das Unternehmen Saint-Gobain Weber über den Geschäftsführer Alfred Hörner um ein Gespräch.

Zur Problematik, die im Hinblick auf die Planung und die Umsetzung zu dieser Entscheidung führte, möchte Müller anmerken: „Neben den Kritikern gibt es eine vermutliche weitaus größere Anzahl Befürworter in Datteln.“ Van den Berg dazu: „Unsere Unternehmen der chemischen Industrie sollten nicht den Anschein erwecken, dass sie vor Kritikern die Segel streichen. Kritischer Dialog im Ruhrgebiet kann auch als Ansporn für die Darstellung einer modernen Zukunftsbranche Chemie mit Standortverantwortung erkannt werden. Eine unternehmerische Entscheidung basiert immer auf vielen Standortfaktoren, dies könnte man vielleicht auch transparent öffentlich kommunizieren.“

Guido van den Berg, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in der Enquete-Kommission „Zukunft der chemischen Industrie in NRW“ bietet gemeinsame Gespräche an, um die Diskussion um die Entscheidung zu versachlichen und das Unternehmen zur Entscheidung persönlich zu Wort kommen zu lassen. Van den Berg: „Ich möchte auch anmerken, dass Zusammenschlüsse von Unternehmen auch eine Verantwortung für die Traditionsstandorte beinhalten und viele davon liegen nun mal im Ruhrgebiet.“

Der Dattelner Landtagsabgeordnete Müller und sein Landtagskollege van den Berg wollen sich im Rahmen der Enquete Kommission während der Beratungen dieses nicht-öffentlichen Gremiums des Landtags nicht nur mit den Anforderungen an die Chemie unserer Zukunft befassen, sondern auch die Akzeptanz dieser Unternehmen vor Ort beleuchten, so dass ihnen auch in diesem Zusammenhang sehr an Gesprächen mit dem Unternehmen gelegen ist.